Vor dem Augenblick der Geburt,
diesem empfindlichen Moment,
sollten wir die allergrösste Hochachtung haben.
Hier geschieht etwas, das so wenig greifbar ist,
wie das Erwachen am Morgen.
Das Kind ist auf der Schwelle zwischen zwei Welten.
Es zögert……
Nicht stören.Warten.Es ist die Morgendämmerung,
Störe nicht jenes Morgenrot, das sich grossartig
und majestätisch über alles breitet.Warte, warte.
Wie langsam, wie gewichtig vollzieht sich der Übergang.
Dieses Kind erwacht zum ersten Mal.
Es ist noch mit einem Fuss im Reich der Träume,
der andere stösst schon an die Bettkante.
Es verlässt die Ewigkeit und springt in die Zärtlichkeit:
Das Kind hat begonnen zu atmen.

Frédérick Leboyer